Das Laufen war für mich lange Zeit ein notwendiges Training für das Bergsteigen und somit Mittel zum Zweck. Dass Laufen selbst bereits eine erfüllende Sportart sein kann, habe in den letzten Jahren entdeckt. Meine Vorliebe ist mittlerweile der Ultramarathonlauf geworden.
Seither konnte ich mehrfach erfolgreich an verschiedenen Marathons und Ultramarathons teilnehmen. Mein größter Erfolg war bisher der 26. Platz in der Deutschen Rangliste des Jahres 2008 im 12-Stunden-Lauf mit 103,632 km. Dies bedeutete in meiner Altersklasse (M45) im Jahr 2008 den 8. Platz. In der Weltrangliste 2008 erreichte ich damit in meiner Altersklasse den 46. Rang! Beim Lauf selbst war es für mich der 1. Platz in meiner Altersklasse.

Meinen bisher längsten Lauf "vom tiefsten zum höchsten Punkt im Ostalbkreis, in Baden-Württemberg und in Deutschland" über insgesamt 1443 km habe ich im Jahr 2007 bewältigt. Bisher wurde dieser Lauf noch von keinem anderen Läufer wiederholt.
Im Februar 2010 war ich einer der ersten deutschen Teilnehmer beim Iditarod Trail Invitational in Alaska, die dieses Rennen zu Fuß in Angriff nahmen. Eines der härtesten und kältesten Winterultrarennen der Welt, mit einer limitierten Teilnehmerzahl von 50 Personen. Das Ziel war 560 km zu Fuß durch die Wildnis von Anchorage nach McGrath auf dem legendären Iditarod Trail zu bewältigen (siehe auch www.alaskaultrasport.com).

Am 03. September 2010 habe ich einen tollen Landschaftsultralauf in unserer Region durchgeführt. Um die Landeshauptstadt Stuttgart führt der bekannte "Rössleweg". Dieser ist landschaftlich sehr reizvoll. Wälder, Weinberge, der Neckar und der Fernsehturm bieten immer wieder neue Eindrücke. Dieser Wanderweg kann, wenn man ihn an einem Stück rennt, sportlich durchgeführt werden. Fast 60 km und 1200 HM Auf-und Ab sind eine lohnende Herausforderung und das alles in unmittelbarer Nähe zu einer Großstadt.
Am 12. Februar 2011 war ich einer von 150 Teilnehmer bei der Brocken-Challenge, ein Ultramarathon im Winter von Göttingen auf den Gipfel des Brocken. Dieser stellt Anforderungen mit ca. 82 km und ca. 2200 Höhenmeter. Es war für mich eine ganz besondere sportliche Herausforderung bei diesem, einem der längsten, Winterrennen in Deutschland dabei zu sein. Bereits um 05.00 Uhr gab es im "Tanzsaal" direkt am Startpunkt ein feudales Frühstücksbüffet, bevor dann um 06.00 Uhr der Start erfolgte. Anfangs noch mit Stirnlampe und Temperaturen von ca. -2° C ging es auf die Strecke. Nach einigen Kilometern hatte sich das Teilnehmerfeld auseinandergezogen und nun lief jeder sein Rennen. Eisiger starker Wind machten auch die flachen Passagen sehr anstrengend. Zwischen km 28 und km 32 hatte ich einen kleinen Einbruch, der aber nach der Verpflegungsstelle "Rhumequelle" sehr schnell vergessen war. Nun war ich eingelaufen und nach der Marathondistanz von 42 km begann auch der harte Anstieg in den Harz. Auf dieser zweiten Hälfte waren nun noch 1600 Höhenmeter zu schaffen. Ich lief ein einsames Rennen und war die meiste Zeit allein unterwegs, wobei es überhaupt nicht eintönig war. Auf den letzten 20 km war besondere Vorsicht geboten, denn da war der Trail doch hart vereist. Noch vor Einbruch der Dunkelheit und vor Beginn eines Schneesturms erreichte ich in einer Zeit von 09:58 h den Gipfel des Brocken bei eisigen -6°C und Sturm. Nach einer Rast in der warmen Stube des Brockenhauses stand dann noch der Fußabstieg im Schneesturm vom Brocken nach Schierke vor mir. Nochmals ca. 10 km bei eisigen Temperaturen ließen etwas "Alaska-Feeling" aufkommen. Fazit: Ein landschaftlich fantastischer Lauf, der bestens organisiert ist und bei dem der Läufer hervorragende Verpflegungsstellen vorfindet. Für alle Ultraläufer eine besondere Empfehlung.

Zwischendurch standen Läufe in der Heimat (Ostalblaufcup-Serie mit Albmarathon, Ries-Ipf-Halbmarathon, Kapfenburg-Panoramalauf, Virngrundlauf sowie der Eschacher Volkslauf) und der 100 km Lauf in Biel auf dem Programm.
Für 2012 steht wieder die Teilnahme am Iditarod-Trail-Invitational (www.alaskaultrasport.com) an. Mit der Aufnahme in das "Race-Roster" am 05. April 2011 bin ich offiziell als Starter für 2012 in das Teilnehmerfeld aufgenommen worden. Die Vorbereitungen hierfür haben im September 2011 begonnen.
Remstal-Höhenweg
Für den 05. November 2011 habe ich mir eine neue Herausforderung im Ultralauf ausgesucht. Als erster Läufer werde ich von der Quelle der Rems bis zu deren Mündung in den Neckar auf dem seit kurzem bestehenden Remstal-Höhenweg laufen. Von Essingen (Ostalbkreis) bis nach Remseck (Kreis Ludwigsburg) werden dabei ca. 127 km, 2800 Höhenmeter im Aufstieg und 3000 Höhenmeter im Abstieg zurückgelegt. Teilweise verläuft der Wanderweg auf schmalen Trailpassagen. Ich habe mir dazu 16 Stunden Zeit vorgenommen. Mitläufer sind dabei herzlich willkommen, die Teilnahme erfolgt jedoch auf eigene Gefahr und Verantwortung. Die Teilnehmer sollten in der Lage sein in der Stunde ca. 9 bis 10 Kilometer in der Stunde laufen zu können und können jederzeit an der Strecke ein- und aussteigen. Der Start erfolgt um 03.00 Uhr an der Remsquelle in Essingen (Nähe Talstation Hirtenteich-Skilift), das Ziel möchte ich gegen 19.15 Uhr in Remseck erreichen. Bei diesem Lauf werde ich vom Tourismusverein "Remstal-Route e.V." unterstützt. Mit diesem Lauf habe ich eine ideale Möglichkeit zur Vorbereitung auf meine Teilnahme an einem der kältesten und härtesten Winterrennen der Welt dem "Iditarod Trail Invitational" im Februar 2012 in Alaska.
06. November 2011: Ich habe den Lauf geschafft! Zunächst einmal bin ich froh, den Remstal-Höhenweg wie geplant an einem Stück durchgerannt zu haben. Statt den anvisierten 16 Stunden habe ich 17,5 Stunden gebraucht. Gegen Ende war es dann doch anstrengend und die Beine wollten und konnten nicht mehr so schnell.
Toll war, dass ich fast durchgängig Unterstützung von Läufern, die streckenweise mitgelaufen sind, hatte. Bereits um 03.00 Uhr in der Nacht waren die ersten Läufer dabei (Werner Henkel, Hermann Wahl und Wolfgang Russ, der 33 km mitlief). Später wurde ich von Birgit Wagner, und Gerold Scholze eine Passage lang begleitet. Es hat mich sehr gefreut Gleichgesinnte kennenzulernen und die Motivation durch solche ist nicht zu unterschätzen. Auch Albert Werner, der erst 10jährige Manuel und sein Vater Heino Ehnis liefen ein Stück mit. Gegen Ende, als die Nacht bereits wieder hereinbrach und über 100 km in den Knochen steckten, war die Begleitung durch Wolfgang Hekeler, Thilo Hillenbrand, Dieter Wöllhaf und Wolfgang Münz sehr angenehm. Wolfgang Hekeler hat mich noch kurzentschlossen bis ins Ziel begleitet. Besonders erwähnen möchte ich noch Friedrich Lindemann, der auf dem Rad die ganze Strecke mit gefahren ist. Teilweise natürlich das Rad schiebend und tragend. Meine Frau und mein Bruder hatten die Gesamtorganisation und haben mit dem Auto einzelne Punkte angefahren, so dass ich immer bestens verpflegt war.
Fazit: Der Remstal-Höhenweg ist ein wunderschöner, abwechslungsreicher Wanderweg, der es sich lohnt gelaufen zu sein. Als Joggingtrail sind seine einzelnen Etappen durchaus bereits anspruchsvoll für sich. Im Gesamten als eine Strecke mit 127 km zu laufen war für mich eine Herausforderung, die lohnenswert war, zumal wenn man es geschafft hat.

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